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Sonntag, 17. April 2016

Djatlow-Pass
Berg der Toten

Über den Vorfall am Djatlow-Pass habe ich bereits auf meinen diversen Blogs berichtet. Zum Thema habe ich nun das Buch „Der grauenhafte Tod am Djatlow-Pass“ von Ralph Ardnassak bezogen, wobei „Buch“ die Sache nicht wirklich trifft:

Es handelt sich dabei um eine 90seitige Broschüre im raumgreifenden Flattersatz mit Buchstaben so groß wie in einem Leselernheft für Kinder, womit die verlangten 16€40 ziemlich „happig“ sind.

Das schmale Werk besteht aus einem dokumentarischen Teil und einer fiktionalisierten Geschichte die der Autor als „Arbeitshypothese“ eingeflochten hat – er geht von „Aliens“ und „UFOs“ als Erklärung aus.

Der Fall ist „schräger“ als ich gedacht habe, vor allem wegen der Vorfälle an der Kiefer. Da sich der Hintergrund der Geschichte auf der oben verlinkten Seite nachlesen lässt, komme ich gleich zu den „Anomalien“.

▪ Die Toten: Igor Djatlow, Sinaida Kolmogorowa, Ljudmila Dubinina, Alexander Kolewatow, Rustem Slobodin, Juri Kriwonischtschenko, Juri Doroschenko, Nikolai Thibeaux-Brignolle und Alexander Solotarew.

▪ Lage: 61 Grad, 45 Minuten, 17 Sekunden nördlicher Breite und 59 Grad, 27 Minuten, 46 Sekunden östlicher Länge. Damals Oblast Swerdlowsk. Der Berg an dessen östlicher Flanke sich das Unglück ereignet hat heißt „Cholat Sjachl“ („Berg der Toten“). Das Ziel der Expedition war der Berg Otorten („Gehe nicht dorthin“).

Das Areal gilt bei den „Eingeborenen“ Mansen als Tabu. Sie betreten das Land nicht einmal bei der Jagd wenn die Beute dorthin flieht. Einst seien neun Mitglieder ihres Stammes dort einen grausamen Tod gestorben als sie sich vor einer Flut auf den Berg flüchteten.

▪ Zeitleiste: Das Team startete am 25. Januar 1959 und der Tod hielt am 1. Februar einzug. Das „Unglück“ muss sich im Zeitfenster von 21h30 bis 23h30 ereignet haben. Die Leichen wurden zwischen dem 21. und 25. Februar gefunden.

▪ Radioaktivität: Eines der größten Rätsel des Falles ist die gemessene Radioaktivität die Vorort nicht vorkommt. Dies an der Jacke und Leiche von Kriwonischtschenko, interessanterweise arbeitete er zuvor in Tscheljabinsk, wo es zwei Jahre zuvor einen Plutoniumunfall gegeben hatte. Allerdings stammte die Radioaktivität nicht von dem Vorfall.

Im offiziellen Bericht ist die Rede davon dass forensische Strahlentests ergeben hätten dass die Kleidung mehrerer Mitglieder verstrahlt gewesen war, genannt wurden Dubinina und Solotarew.

Ein ehemaliger Ermittlungsbeamter gab an, dass sein Dosimeter am Cholat Sjachl einen erschreckend hohen Wert an Strahlung angezeigt hatte. Die Quelle dieser Strahlung konnte nie gefunden werden.

▪ Kiefer: Die Gruppe flüchtete zuerst von ihrem Zelt aus in alle Winde, fand sich dann wieder zusammen und lief zu einem –etwa- 1,5 Kilometern entfernten Wald und versteckte sich bei einer Kiefer. Kleidung wurde verteilt und ein Feuer entzündet. Die „Gefahr“ schien sie verflogt zu haben, ohne jedoch Spuren zu hinterlassen – man fand nur die Abrücke der neun Opfer, sonst nichts.

Spuren am Baum deuten darauf hin dass sie panisch versucht hatten diesen zu erklimmen – Zweige waren bis zu einer Höhe von 5 Metern gebrochen. Dabei wetzten sie sich –im wahrsten Sinne des Wortes- Haut und Fleisch von den Händen. Drei Mitglieder versuchten wieder zum Zelt zu gelangen und erfroren dabei. Die Temperatur lag bei Minus 18 Grad.

▪ Anomalien: Sechs Gruppenmitglieder starben an Unterkühlung, drei aufgrund der massiven Verletzungen die ihnen beigebracht wurden. Neben den „normalen“ Verletzungen, die auf eine massive physische „Einwirkung“ hinweisen, die von ihrer Ausformung her so extrem war, dass man sie mit den Folgen eines Autounfalls vergleichen kann (Schädelfrakturen, Rippenbrüche, Prellungen usw.), fanden sich auch anomale Wunden:

Bei Dubinina fehlte die Zunge, Teile der Mundhöhle und des Gesichtsschädels waren abgerissen worden und verschwunden. Die Rippenbrüche waren „symmetrisch“ und hatten ihren Herzmuskel perforiert. In ihrem Magen fanden sich 100 Gramm geronnenes Blut, ein Indiz dafür, dass ihr die Zunge herausgerissen wurde, während sie noch lebte.

Am Leichnam der Kolmogorowa fand sich unidentifiziertes Blut, welches nicht von den Opfern stammte. Leider findet sich kein Hinweis darauf welcher Art das Blut ist (menschlich, tierisch oder „anders“?)

Bei Kriwonischtschenko wurde die Nasenspitze abgerissen. Daneben hatte er die Haut vom Handrücken mit den eigenen Zähnen abgebissen. Das wurde so erklärt, dass seine Hände erfroren waren, sich öffneten und er versuchte sie so wieder zu „beleben“ um so lange wie möglich in der Krone der Kiefer zu bleiben. Auf dem linken Bein hatte er eine Verbrennung (10x4 cm).

Djatlow hatte Verletzungen an den Händen und Gelenken, die darauf hinweisen dass er gekämpft hatte, dies galt auch für Slobodin. Solotarew hatte keine Augäpfel mehr, Kolewatow fehlten die Augenbrauen.

Angehörige der Gruppenmitglieder berichteten später die Haut der Opfer sei orange verfärbt gewesen und die Haare ergraut.

▪ Nachspiel: Die Behörden sperrten das Gebiet für drei Jahre, das galt auch für Flugzeuge.

Eine medizinische Assistentin gab an, dass man tatsächlich 11 und nicht 9 Tote entdeckt habe. Zwei der Toten (die „Unbekannten“) seien an einen geheimen Ort fortgeschafft worden. Das abschließende Urteil der Untersuchung besagte, dass alle Gruppenmitglieder „an einer unbekannten beherrschenden Kraft“ verstorben seien.

Im Jahr 1991 stürzte ein Flugzeug über dem Cholat Sjachl ab – es gab mal wieder neun Tote…

▪ Kugeln: In der Unglücksnacht sahen mehrere und voneinander unabhängige Zeugen, die sich ungefähr 50 Kilometer vom Ort des Geschehens aufhielten sowie Militärs und Meteorologen große, orangefarbene Kugeln am nördlichen Himmel. Diese Sichtungen hielten von Februar bis in den März des Jahres 1959 an.

In der näheren und weiteren Gegend des Geschehens wurden mehrere Metallstücke gefunden, die sich militärischen Raketen zuordnen ließen. Wurde auf die Unbekannten gefeuert?

Nachdem die Ermittler über Cholat Sjachl die Kugeln gesehen hatten, wurden sie angewiesen die Untersuchung abzubrechen und alle Akten unter Verschluss zu halten (was natürlich bedeutet, dass wir vom Fall nur das wissen, was die Zensur durchgelassen hat!)

Interessant ist in der Hinsicht die letzte Aufnahme aus Kriwonischtschenkos Kamera, dort ist tatsächlich etwas „rundes“ zu sehen.

Das Tagebuch von Kolewatow war übrigens verschwunden, ebenso mindestens eine Kamera des Teams - was hatte man fotografiert und notiert und wieso wurden diese Hinweise beseitigt? [Siehe zum Thema auch: RussianYeti • The Killer Lives]
Chelyabinsk und das Djatlow-Pass-Massaker 
Die Yury Yakimov Theorie
Update 2017
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1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Guter Beitrag. Dankeschön. Ergänzen könntest du allerdings noch viele weitere Fälle von Mord und Entführung, die sich in diesem Gebiet seither zugetragen haben. Es gibt so einige... man muss nur tief genug graben.

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