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Donnerstag, 19. Januar 2017

Prophetische Träume


Momentan lese ich das Buch DER EINZELGÄNGER. Es geht um den „Hitler-Attentäter“ Georg Elser. 
Wobei die Bezeichnung „Hitler-Attentäter“ so nicht korrekt ist, da er 8 Tote und 63 Verletzte Unschuldige „produziert“ hat, nur Hitler war nicht dabei. 
Als Elser nach seinem dilettantischen Attentatsversuch gen Schweiz geflüchtet ist wurde er vom Zollbeamten Xaver Reitlinger geschnappt. 
Interessant ist der Umstand dass Reitlinger bereits Wochen vor der Gefangennahme von dieser geträumt hatte und davon seiner Frau als auch seinem Postenführer erzählt hat. Die Festnahme Elsers sei dann fast identisch zu seinem Traum verlaufen. [S. 10f] 
Wie „deterministisch“ ist die Realität und wer schrieb das Drehbuch?
Update: Das Buch ist doch interessanter als anfänglich angenommen. Elser hatte, um an Sprengstoff zu kommen, bei einem Steinbruch unweit Königsbronn angeheuert. 
Sein damaliger Chef sagte aus, dass er dort Kontakt zu einem Karl Kuch hatte. Dieser war gebürtiger Königsbronner mit Wohnsitz in der Schweiz. 
Kuch soll versucht haben den Besitzer des Steinruchs als Spion zu akquirieren und erwähnte, dass „wir“ [also die Gruppe der er angehörte] Hitler „noch in diesem Jahr“ [also 1939] „erledigen werden“. [S. 152] 
Es ist also schon ein merkwürdiger Zufall dass der Attentäter in Spe Elser, an jemanden gerät der zu einer [unbekannten] Organisation gehörte die Hitler ebenfalls töten wollte. 
Übrigens war man im ³ten Reich auch nicht sonderlich bemüht die wahren Drahtzieher des Attentates ausfindig zu machen. 
Es ging vor allem Himmlers SS und der Gestapo bzw. auch Goebbels darum - aufgrund der weltpolitischen Großwetterlage - eine internationale Verbindung nach London nachzuweisen, was so aber nicht gelang. 
Elser war Mitglied im [1939 illegalen] Rotfrontkämpferbund kurz RFB [rotes Gegenstück der SA]. Als man ihn an der Grenze erwischt hatte, trug er das Abzeichen der Truppe an seinem Revers! Erkennungszeichen für die Genossen auf der anderen Seite der Grenze die dort auf ihn warteten? 
Möglich dass er im Rahmen des RFB eingesetzt wurde, was man aber geheimhielt, da es in der Propaganda des ³ten Reiches ja hieß dass man die einheimischen Kommunisten bereits längst zerschlagen habe. 
Und da wäre ein fast „gelungenes“ kommunistisches Attentat auf den Staatsführer ein Armutszeugnis gewesen, nicht zu vergessen ist hier auch der Hitler-Stalin Pakt vom 23. August 1939! 
Bis Barbarossa hatten beide Seiten - UdSSR und ³tes Reich - Kreide gefressen was die gegenseitigen Beziehungen betrifft! Der Fall Elser wäre im Sommer 1941 politisch wohl ganz anders ausgeschlachtet worden!
Update²: Die Geschichte um Elser ist wirklich sehr merkwürdig. Er hat zu Protokoll gegeben dass er 3 Monate, oder genauer 30 Tage, im Bürgerbräukeller „gearbeitet“ hat. 
Seine Zielsetzung war eine dort im Veranstaltungssaal befindliche Säule auszuhöhlen und darin die von ihm gebaute Bombe zu platzieren. Dabei hat er sich jeweils immer einschließen lassen – 30 Tage hintereinander, ohne erwischt zu werden! 
Lediglich einmal sei er beim frühmorgendlichen Aufschließen aufgefallen und konnte sich mit einem auszudrückenden Furunkel [sic] herausreden. 
Nachts arbeitete er mit Hammer und Meißel, während sich gleichzeitig ein Luftschutzwart im Gebäude befunden hat. Der muss wohl schwerhörig und blind gewesen sein. [S. 182] 
Den anfallenden Schutt hat er parallel einher auch beseitigt und dabei [im verdunkelten Raum, der nur von einer Taschenlampe illuminiert war, vor der ein Tuch hing um den Lichtkegel abzudecken] auch Tische, Stühle, Tischdecken, den Boden und alles was sich im Saal befunden hat so gründlich gereinigt, dass keine Spuren mehr zu sehen waren. 
Ich weiß ja nicht ob die Gestapo-Beamten die Geschichte wirklich geglaubt haben… Es wird aber noch bunter! 
Elser wollte in die Schweiz. Die Wahrscheinlichkeit dass man in Deutschland auf seine Spur gekommen wäre und einen Auslieferungsantrag an die Eidgenossen gestellt hätte ist sehr hoch. 
Auf die Frage wie er sich das denn gedacht habe antwortete er – Originalzitat: 
Ich hatte mir auch überlegt, dass es unter Umständen möglich sein könnte, dass ich von der Schweiz an Deutschland ausgeliefert werden würde. Dem wollte ich dadurch vorbeugen, dass ich bestimmtes Material, von dem ich glaubte, dass es für die Schweizer militärischen Stellungen interessant sei, mitnahm. [S. 187] 
Wir erinnern uns: Glaubt man den heutigen HISTORYkern war Elser ein Einzeltäter, ein einfacher Handwerker – welche bedeutsamen Militärinformationen könnte er mit sich geführt haben und wer hat ihn damit versorgt? 
In den Unterlagen des Zoll wird ein entsprechender Fund nicht aufgeführt, womöglich hat die Gestapo dafür gesorgt dass brisante Akten in Elsers Besitz dort nicht aufscheinen!?
Update³: Wer sich mit der jüngeren Geschichte Deutschlands beschäftigt, wird wissen wie es im ³ten Reich Widerstandsgruppen [„Weiße Rose“, Stauffenberg & Operation Walküre etc.] ergangen ist. 
Entweder wurde sofort exekutiert, oder die Angeklagten landeten beim stimmgewaltigen Präsidenten des Volksgerichtshofs Roland Freisler und wurden dann exekutiert. 
Wer aber über die Haftbedingungen von Elser liest reibt sich verwundert die Augen. Er wurde ins Lager Sachsenhausen verbracht und dort einer „Sonderbehandlung“ zugeführt: 
Er hatte eine Einzelzelle. Diese war 3mal größer als die der anderen Gefangenen, darin befand sich auch eine Werkstatt. 
Für das Lager übernahm er Aufträge [Buchregale, Stühle, Schubladen etc.] die mit Zigaretten bezahlt wurden. Er bekam besonders gute Verpflegung und vertrieb sich seine Zeit mit Musik, er spielte Zither. 
In Sachsenhausen war er der bestbewachteste Gefangene, wurde von anderen Sträflingen isoliert und hatte zwei Bewacher ganz für sich alleine. 
Als die Russen anrückten verbrachte man ihn nach Dachau und dort wurde er, als die Amerikaner kamen, am 9. April 1945 erschossen. [S. 214] 
Wie sich diese „Sonderbehandlung“ erklärt bleibt offen. Die absurde Hypothese dass man den Württemberger Elser nach dem [für Deutschland siegreichen] WW² nach London verbringen und dort anklagen wollte ist absurd, es gab nämlich keinerlei Anhaltspunkte die gen UK wiesen, sonst wäre dies im Rahmen der Propaganda ["Seelöwe"] von Goebbels bereits im Vorfeld ausgeschlachtet worden!

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