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Donnerstag, 25. Mai 2017

Thüringer Phantomlichter

Momentan liegen bei mir gleich mehrere Bücher zur Rezension vor, so dass ich den Stapel nach und nach abbaue. 
Beginnen wir mit „Sagen und Legenden aus Thüringen“ von Dietrich Kühn. In dem Band werden diverse „Himmelserscheinungen“ beschrieben die durchaus im ufologischen Kontext gesehen werden können. 
Aufgefallen ist mir, dass viele dieser „Himmelszeichen“ als religiöse Manifestationen („Gotteszeichen“) angesehen wurden und an Orten an denen „Lichter“ erschienen oft Klöster oder Kapellen gebaut wurden.
Himmelslichter
→ „Nicht weit von der Schauenburg, in dem Tal, das von Friedrichsroda nach Eisenach führt, hatte ein Töpfer namens Reinhard eine Werkstatt. […] 
Eines Tages fiel es dem Töpfer auf, dass jede Nacht an einer Stelle seines Anwesens zwei Lichter, Altarkerzen gleich, hell erstrahlten. Das berichtete er seinen Nachbarn. 
Auch Ludwig der Springer erfuhr davon. Auf seinem Wege von der Schauenburg zur Wartburg suchte er den Töpfer auf und ließ sich die wundersamen Lichter zeigen. 
In diesem Erlebnis erkannte er einen Fingerzeig, das […] Kloster an der durch das Wunder festgelegten Stelle erbauen zu lassen. [S. 35]
→ „Ein Stück vom Dorfe Klengel entfernt steht im Forst die sagenumwobene Jakobseiche. […] Oft haben hier nächtliche Wanderer dumpfes Glockengeläut vernommen. Hinter der Jakobseiche flammten Lichter auf. […] Auch blaue, hüpfende Feuerfunken […] konnten den Wanderer überraschen.“ [S. 67] 
→ „Nicht weit von Hildburghausen, nahe bei Weitersroda, ließ sich zu bestimmten Zeiten ein über dem Erdboden tanzendes Flämmchen sehen. Einige beherzte Männer wollten gerne erfahren, welche Bewandtnis es mit diesem Lichte habe. Sie eilten ihm nach und versuchten, es zu fangen […] Das Irrlicht hüpfte auf einen Stall zu, sprang durch die Tür und verweilte dort. [S. 137] 
→ „Nicht weit von Berga an der Elster, bei Plötzschen, lag einst das Nonnenkloster Querfurt. Im alten Gemäuer war es zuzeiten nicht geheuer. Manch einer sah dort Flammen lodern, ohne dass Brandspuren zu sehen gewesen wären. [S. 138]
Einige der beobachteten Lichterscheinungen hatten humanoide Form angenommen und reagierten auf „Zuruf“. 
Ich frage mich ja schon seit einiger Zeit ob es sich bei diesen nicht um „Lebewesen“ bzw. eine „lichtgekugelte“ Intelligenz handelt die irgendwie auf der Erde beheimatet ist… 
Die würde auch erklären wieso die Lichter etwa seit 200 Jahren in Hessdalen unterwegs sind – die „wohnen“ da halt… ^^ 
→ Salzunger See: „[…] waren […] in einem Hause junge Leute versammelt. Durch das Fenster gewahrten sie einen ungewöhnlich hellen Schein und sahen schließlich, wie ein feuriger Mann in die Silche hinaufschwebte. Ein dreistes Mädchen öffnete das Fenster und rief ihm zu: […]. Blitzschnell kehrte die unheimliche Erscheinung um und schoß auf die Ruferin zu. Mit knapper Mühe konnte sie noch das Fenster schließen. Anderntags sagen sie, dass der Feuermann seine Hände tief ins Holz des Fensterrahmens eingebrannt hatte.“ [S. 174] 
→ „Auf der Werrawiese in der Nähe von Leimbach trieben einst Feuermänner zur Adventszeit ihr Wesen. Eine Leimbacherin […], wollte einen aus der Nähe sehen und rief aus dem Fenster: […]. Da kam der Feurige wie ein Pfeil heran. Die Frau konnte noch rasch genug das Fenster schließen. Anderntags hatte sie das ganze Gesicht voller Blasen und musste zwei Wochen das Bett hüten“ [S. 174]
Persthauch & blauer Nebel 
In Sagen taucht immer wieder das Element des blauen Nebels oder Dunstes auf, oft im Zusammenhang mit der Pestzeit, aber nicht immer. Womöglich versteckt sich dahinter ein „exotisches“ meteorologisches Phänomen?
→ Worbiser Klosterkirche: „[…]… als sie zu ihrem Entsetzen über der Glocke eine riesige geisterhafte Hand auftauchen sahen. Diese glich einem blauen Nebel.“ [S. 73]
→ Mittelschmalkalden: „So zog die Pestwolke über ihn und sein Gespann hinweg.“ [S. 130] 
→ Nahe Schleiz: „Da zog die Pest als blauer Dunst heraus, erfasste zuerst das Trauergefolge und dann die übrige Bürgerschaft“. [S. 130] 
→ Gera: „Sie sahen in einem Winkel einen bläulichen Nebel emporsteigen. […]. … und war im Nu von einer blauen Wolke umwallt, die anschließend aus dem Fenster davonzog“. [S. 131]
Entitäten 
In der Sagenwelt Thüringens finden sich interessante Parallelen zu modernen Begegnungen mit Paranauten:
→ „Eine Frau ging [von Sättelstädt nach Kälberfeld]. Den Hang herab sah sie in der tiefen Dämmerung einen Schatten auf sich zukommen. Sie sprach das unbekannte Wesen an, doch gab es keinen Mucks von sich. 
Und bewegte sich neben der zu Tode geängstigten Frau her, gleichgültig, ob diese sich sputete oder den Schritt verhielt. Erst als sie ihr Haus erreicht hatte, war das unheimliche Ding verschwunden.“ [S. 172] 
→ „Ein Mann aus Sattelstädt ging von Mechterstädt aus nach Hause. Neben ihm tauchte plötzlich ein Wesen mit zottigem Fell und glühenden Augen auf. […] …und begleitete den vor Angst schwitzenden Mann bis zu seinem Hause. Dann verschwand es im Hofgäßchen.“ [S. 172]
Resümee 
In der Sagenwelt Thüringens treffen wir auf die üblichen Verdächtigen. Fremdartige Entitäten und „intelligent“ agierende Lichter. 
Hinweise auf Kornkreise fand ich keine, auch wurden nirgendwo „metallische Scheiben“ oder ähnliches beschrieben. Diese Erscheinungen waren damals offenbar noch seltener als heute.

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