Suchmaschine

SN

Dienstag, 11. Juli 2017

„Medical Detectives“ & „Verschränkung“

Eigentlich bin ich kein großer Fan des TV, doch hat sich die Serie „Medical Detectives“ (in Deutschland auf VOX) mit der Zeit zu einem Format entwickelt dem ich gerne folge. 
Präsentiert werden dort authentische Mordfälle in den USA und die Ermittlungsarbeit der Polizei, wobei neben der Tathandlung auch O-Töne von Polizeibeamten und Angehörigen eingespielt werden. 
Ein Aspekt der immer wieder auftaucht ist dass Freunde und Angehörige von Mordopfern oft „Ahnungen“ oder „Visionen“ von dem Verbrechen hatten. 
In einem Fall etwa wurde eine Tankstellenmitarbeiterin in Michigan erschossen. Ihr Sohn hatte eine „Ahnung“ und tauchte wenige Minuten nach dem Überfall auf, was ihn anfänglich für die Polizei verdächtigt machte, jedoch konnte der Mörder (ein „Berufsverbrecher“) dank einer aufgestellten Überwachungskamera überführt werden. 
Gestern Nacht [25-06-2017] wurden zwei interessante Fälle präsentiert: 
Eine Einwanderin aus El Salvador wurde 1966 von ihrem verheirateten Chef und Geliebten erschlagen, da sie von ihm schwanger war, und in einem Fass „entsorgt“. In diesem lag sie bis zu ihrer Entdeckung über 35 Jahre. 
Nachdem das Verbrechen aufgeklärt wurde informierte man ihre 95jährige Mutter in El Salvador über den Verbleib ihrer Tochter. 
Diese teilte mit dass sie über Jahrzehnte hinweg von „Visionen“ geplagt wurde in denen sie „sah“ dass sich deren Leiche in einem Fass befand. 
In einem anderen Fall „hörte“ eine Frau nachts die Hilfeschreie einer sehr guten Freundin, während diese mehrere Meilen entfernt getötet wurde. 
Das erinnert mich an die „Verschränkungstheorie“ von Walter von Lucadou, der spekuliert dass Menschen mit einer emotionalen Verbindung über Zeit und Raum hinweg miteinander „verbunden“ sind und so „erfühlen“ können wenn dem anderen etwas schreckliches passiert.
-- 
Update: Momentan bin ich eher an Literatur interessiert die nichts mit „unserem“ Themenfeld zu tun hat. Folglich besorgte ich mir die Biographie des deutschen Kommunisten Werner Scholem – im Kommunismus gab es solche Phänomene ja nicht… ^^ 
Allerdings fand sich auch hier ein Hinweis auf das Verschränkungsphänomen. Scholem wurde im Juni 1940 in Buchenwald erschossen. Kurz zuvor hat er sich unkonventionell „verabschiedet“: 
In der Nacht vor seinem Tod war Werner Scholem seiner Frau im Traum erschienen. Emmy sah ihn plötzlich vor sich stehen, dann löste er sich in Luft auf und verschwand. 
Wie Gershom Scholem sich erinnerte, konnte seine Schwägerin sich das Ereignis nicht erklären und es nicht vergessen. Die Nachricht von seinem Tod erhielt Emmy vermutlich erst aus einem Schreiben ihrer Schwiegermutter von September 1940“. [S. 295] 
Seine Frau starb übrigens genau 30 Jahre später!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.