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Dienstag, 8. August 2017

Thomas Mann und die “Geisterkralle”

Heute habe ich mir die Thomas Mann Biographie von H. Kurzke besorgt. Das Buch ist eine Zumutung da es darin eigentlich nur um Manns homoerotische Neigungen geht und alles in diesem Kontext „erklärt“ wird, Leben und Werk reduziert auf erotische Phantasien! 
Bei moderneren Biographien lässt sich diese völlige Sexualisierung historischer Persönlichkeiten immer wieder nachweisen – Zeitgeist ick hör dir trapsen! 
Als es dann ab Seite 336 um die okkulten Interessen Manns geht, wird Kurzke plötzlich dramatisch: „Es folgt ein peinliches Kapitel. Wir verstehen das nicht, wir billigen es nicht“. 
Der „Pluralis Majestatis“ ist in der Hinsicht interessant! Da Kurzke nicht ausführlich auf ein selbst erlebtes „Phänomen“ Manns eingeht [aber auch bei dem Thema wieder ins Sexualisieren gerät!] muss ich auf Hans Bender [Unser sechster Sinn – Telepathie, Hellsehen, Spuk] zurückgreifen: 
„…Thomas Mann, berichtet in einem Vortrag ‚Okkulte Erlebnisse’ von Sitzungen mit dem Medium Willy Schneider, an denen er auf Einladung von Dr. Schrenck-Notzing Anfang der zwanziger Jahre in München teilnahm.
Ein Taschentuch hob sich außerhalb der Reichweite des gefesselten Mediums mehrmals in die Höhe. Die dritte Elevation schildert Thomas Mann mit den Worten ‚(…) jetzt sah man mit unverkennbarer Deutlichkeit das von innen erfolgende Hinein- und Übergreifen der Glieder eines Greiforgans, das schmäler als eine Menschenhand, klauenartig erschien’“. [S. 30f]
So eine „Krallenhand“ wird übrigens auch beim Stans-Spuk erwähnt – vielleicht ist es ja ganz gut dass die „Unsichtbaren“ unsichtbar sind... ^^

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